Erklärung der Essener Allianz für Weltoffenheit und Solidarität anlässlich der geplanten Demonstration der NPD am 1. Mai in Essen

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Die Essener Allianz für Weltoffenheit und Solidarität sieht in der in unserer Stadt geplanten Demonstration der NPD am 1. Mai eine bewusste Provokation gegenüber einer freien und offenen Gesellschaft und insbesondere gegenüber den Gewerkschaften, die diesen Tag als „Tag der Arbeit“ begehen. Wir, die Partner der Allianz, weisen diese Provokation entschieden zurück.

Alleine die Anmeldung der Demonstration durch die NPD am Tag der Arbeit zielt darauf ab, die schlimmste geschichtliche Epoche unsere Gesellschaft, die Zeit des Nationalsozialismus, zu relativieren. Wir erinnern daran, dass bereits am Tag darauf, am 2. Mai 1933, mit der Zerschlagung der freien Gewerkschaften ein weiterer Grundstein zur Sicherung der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft gelegt wurde. Dieser Schritt diente allein dem Ziel, jede demokratische Opposition im nationalsozialistischen Deutschland zu unterbinden.

Freie Meinungsäußerungen und die kritische Auseinandersetzung mit den politischen Entscheidungen der neuen Machthaber wurden fortan mit Verhaftungen und Inhaftierungen geahndet. Tausende von Menschen verschwanden in Gefängnissen und Lagern, viele von ihnen wurden ermordet. Diese schreckliche Zeit endete erst am 8. Mai 1945 mit der Befreiung durch die Alliierten. Die Resultate dieser Schreckensherrschaft sind uns allen heute hinlänglich bekannt.

Seit über 100 Jahren sind das Ruhrgebiet und Essen ein Schmelztiegel verschiedenster Nationalitäten. Menschen unterschiedlicher Religionen und Kulturen leben seither friedlich in Vielfalt und Eintracht gemeinsam in unserer Stadt. Ein von gegenseitigem Respekt getragenes Zusammenleben zu bewahren und weiter zu entwickeln, ist das Grundanliegen der Essener Allianz für Weltoffenheit und Solidarität.

Die Essener Allianz für Weltoffenheit und Solidarität ruft die Bürgerinnen und Bürger in der Stadt Essen deshalb dazu auf, am 1. Mai 2017 nicht wegzuschauen oder gleichgültig zu bleiben, sondern ein klares Zeichen gegen die NPD zu setzen – und für eine Stadt der Vielfalt und der Achtung der Würde eines jeden Menschen. Ein solches Zeichen kann z.B. die Beteiligung an der Kundgebung, die der Deutsche Gewerkschaftsbund am 1. Mai auf dem Burgplatz veranstaltet, aber auch die Teilnahme am traditionsreichen Internationalen Kulturfest, das am selben Tag auf den Gelände der Zeche Carl in Altenessen stattfindet, oder an der Gegendemonstration des Bündnisses „Essen stellt sich“ sein. So werden Superintendentin Marion Greve und DGB-Regionsgeschäftsführer Dieter Hillebrand an der geplanten Kundgebung am Meybuschhof in Essen-Katernberg teilnehmen. Treffpunkt ist um 12 Uhr die die Kirche vor dem Katernberger Markt, wo die Glocken für ein Friedensgebet läuten.

Die Essener Allianz für Weltoffenheit und Solidarität ruft die Bürgerinnen und Bürger außerdem dazu auf, sich an der Landtagswahl am 14. Mai 2017 und an der kommenden Bundestagswahl im September aktiv zu beteiligen und wählen zu gehen. Rechtspopulismus und Fremdenfeindlichkeit dürfen nicht über die Zukunft unserer Gesellschaft bestimmen.

Essen, 25. April 2017

Gemeinsamer Aufruf des Essener Oberbürgermeisters und der Superintendentin des Kirchenkreises Essen

Anlässlich der Landesvertreterversammlung zur Bundestagswahl der AfD NRW am 25. und 26. Februar in Essen haben der Essener Oberbürgermeister Thomas Kufen und Superintendentin Marion Greve zum Einsatz für Weltoffenheit, Solidarität und Demokratie aufgerufen – auch im Namen der Essener Allianz für Weltoffenheit:

„Essen ist eine weltoffene und tolerante Stadt. Hier leben Menschen unterschiedlicher Herkunft, Kultur, Religion oder sexueller Orientierung. Auf die gemeinsame Heimat und unseren Zusammenhalt sind wir zurecht stolz. Unsere gemeinsame Aufgabe ist es, den friedlichen Zusammenhalt der Gesellschaft auf der Grundlage unserer freiheitlichen Werte zu wahren. Auch die ‚Essener Allianz für Weltoffenheit, Solidarität, Demokratie und Rechtsstaat‘ setzt sich als Bündnis für die Wahrung der Menschenwürde, für Toleranz und ein friedliches Miteinander in unserer Stadt Essen ein. ‚Die Würde des Menschen ist unantastbar‘ – so heißt es im Grundgesetz. Die christliche Pflicht gegenüber dem Nächsten darf nicht aufgekündigt werden. Denn die Würde des Menschen meint: eines jeden Menschen.“

Thomas Kufen, Oberbürgermeister der Stadt Essen
Marion Greve, Superintendentin des Kirchenkreises Essen

8. Essener Ruhrpott International – die Essener Allianz für Weltoffenheit ist erstmals dabei

Melderekord beim 8. Essener Ruhrpott International – Fünf Flüchtlingsteams und junge Migranten aus Essen kicken am 4. Dezember um Turniersieg und Pokale – Neben Toren zählen Fairness und Toleranz auf dem Fußballfeld

Einen neuen Melderekord können die Organisatoren bei der achten Auflage des Jugendfußballturniers „Essener Ruhrpott International“ (ERI) verzeichnen. Insgesamt 17 Mannschaften wollten um die Titel und Pokale in der E- und D-Jugendklasse kämpfen – daraufhin wurde das Teilnehmerfeld um zwei Plätze aufgestockt, so dass am Sonntag (4. Dezember) ab 10.30 Uhr jetzt immerhin zwölf Teams mit über 100 jungen Kickerinnen und Kickern im Alter von acht bis zwölf Jahren in der Sporthalle Bergeborbeck mitspielen können. Am Ende des Turniers – gegen 17 Uhr – werden in der Sporthalle an der Friedrich-Lange-Straße 15 wieder jede Menge Pokale an die Akteure verteilt. Ausgezeichnet werden unter anderem der erfolgreichste Torjäger, der beste Torwart sowie die fairsten Teilnehmer. Übergeben werden die Trophäen von den Organisatoren der ERI-Veranstaltergemeinschaft, der neben dem Integrationsrat der Stadt Essen auch der Essener Verbund der Immigrantenvereine und der Essener Sportbund angehören. Außerdem ist in diesem Jahr erstmals die neugegründete „Essener Allianz für Weltoffenheit, Solidarität, Demokratie und Rechtsstaat – gegen Intoleranz, Menschenfeindlichkeit und Gewalt“ als Partner mit von der Partie.